Seminarauftakt 29. April 2019 | Recyclinghof, Schaltzentrale

Der Seminarauftakt begann mit einem Soundwalk über den ehemaligen
Recyclinghof, der Wissen über die erfahrene Nutzung des sich im Wandel befindlichen
Ortes generierte. Der folgende Spaziergang in den angrenzenden
Park – an den der Recyclinghof im Zuge des städtisch geplanten Grünzugs
angeschlossen werden soll – vermittelte erste Eindrücke zu Raumnutzungen
und Akteur*innen vor Ort. 

Abschließend diskutierten Studierende und Lehrende
in der Schaltzentrale – einem experimentellen Stadtteilbureau und Sitz
des HALLO: e.V. im Kraftwerk Bille – anhand mitgebrachter recycelter, angeeigneter
oder umgeeigneter Gegenstände den Eigentumsbegriff.

Kolloquium (Diskurs) 27. Mai 2019 | Ruderverein Bille

Das Kolloquium wurde in dem Vereinsheim der Ruder-Vereinigung Bille von
1896 e.V. als einem weiteren selbstverwalteten Ort an der Bille
durchgeführt. In dem Seminar Reader wurden hierfür vorab Texte für die Studierenden bereitgestellt, die das Verhältnis von Eigentum zu Gesellschaft, Stadt und Architektur
zum Thema haben, eine kritische Auseinandersetzung mit den Planungswerkzeugen der Kartografie etablieren und Methoden kulturwissenschaftlicher
Stadtanalyse fokussieren.

Während der Veranstaltung wurden die drei gewählten Themenbereiche
Mapping, Property und Humanities durch Textlektüre und -bearbeitung
in Zweiergruppen analysiert und vorgestellt. In drei parallel stattfindenden
thematischen Panels wurden die Themen vertieft und anschließend in einer
Gesamtdebatte zwischen allen Teilnehmer*innen miteinander verknüpft.
Problemstellungeninnerhalb der unterschiedlichen Themen
wurden gemeinsam festgehalten und dienten als Ausgangspunkt für die Erstellung
von White Papers (oder Weißbüchern), die als Grundlage und Handlungsanweisungen
für die Camp Woche auf dem Recyclinghof dienen sollten. Durch das Kolloquium
entstanden Expertisen mit unterschiedlicher Gewichtung: Mapping-, Humanities-
und Property-Expert*innen.

Camp (Aktion) Recyclinghof | Ruderverein | Schaltzentrale | 11.–15. Juni 2019

Das Mapping Camp fand an fünf aufeinanderfolgenden Tagen auf dem
Recyclinghofstatt, in denen die bisher theoretisch erarbeiteten Perspektiven
Mapping, Property und Humanities ihre Anwendung fanden: Warm Up,
Action, Transfer, Consolidation und Performance waren die Arbeitsschritte,
in denen das „unlearning“ von disziplinär erlerntem Wissen und die anschließende Rekonfiguration vorgenommen wurden.

Während des Camps konnten die Studierenden auf dem Gelände der Rudervereinigung
Bille ihre Zelte aufschlagen und das Vereinsheim nutzen, so dass gemeinsames Wohnen am Wasser, Essen in der Schaltzentrale und Arbeitenim sogenannten Parkhaus – einem Backsteinhäuschen auf dem ehemaligen Recyclinghof, das von ARGE HALLO: Park zur Verfügung gestellt wurde – in die Erfahrung vor Ort eingebunden wurden. Das Camp fand in der Exkursionswoche der HCU Hamburg statt und ermöglichte den alleinigen Fokus auf das
Seminar.

Tag 1 | Warm up

Untersuchungen, der Raumzonen, grenzen, Schwellen und Übergänge auf dem Gelände in einem 1:1 Mapping mittels Sprühkreide, Klebeband und Notizen vor Ort.
Entwicklungs eines Selbstauftrags durch die Studierenden.

Tag 2 | Action

Erkundungen der Umgebung in wechselnden Gruppenkonstellationen und Zoom-Mappings der Zugänglichkeiten und Zugehörigkeiten, Akteursgespräche.

Tag 3 | Transfer

Mittels transskalarer Mappings werden der Ergebnisse der 1:1 Mappings und der Kontext Zooms miteinander verwoben.

TAG 4 | Consolidate
& Perform

Situierung der fertigen Mappings auf dem Gelände des Recyclingshofs,  Arbeiten an der Formulierung eines zentralen White Papers.

TAG 5 | FINALE

Das Mapping „Eignung zur Umeignung“ untersuchte die vorhandenen Reglementierung als Ausgangspunkt für poetische Interventionen; „Das Maß der Relikte“ erhob Relikte und die aus ihnen resultierende subjektive Raumwahrnehmung zum Maßstab für den Recyclinghof; „(Ge-)Schichten“ wählte die Verflechtung
diverser Akteurserzählung um gelebte Eigentumsstrukturen sichtbar zu machen. Eine vierte Gruppe erstellte eine Videodokumentation mittels filmischer Zooms und brachte darin Gegebenheiten vor Ort – Materialien, Geräusche
und Spuren der Camp Aktionen – miteinander in Verbindung.

Öffentlicher Talk | 12.06.2019, 19 Uhr

Kurzvorträge von und Diskussion der Zwischenergebnisse mit Larissa Fassler (Künstlerin), Anne Huffschmid (Kulturwissenschaftlerin, Metrozones) und Efthimia Panagiotidis (Soziologin, Fux eG Hamburg)